| Grippe/
Grippeschutzimpfung
Nun, da die Blätter
an den Bäumen sich allmählich verfärben und die Tage kürzer und kälter werden,
beginnt die Zeit der gehäuften Infekte, aber auch langsam die Zeit, in der sich
die Frage nach einer Grippeschutzimpfung stellt.
Hierzu möchte ich einige
häufig gestellte Fragen beantworten:
Wie gefährlich ist eine
Grippeinfektion?
Eine Virusgrippe ist für
einen gesunden jüngeren Menschen eine ernsthafte Erkrankung die aber in der
Regel gut überstanden werden sollte. Bei Risikopersonen – das sind alle Menschen
mit chronischen Erkrankungen der Atemwege und des Herzens und alle die älter als
60 Jahre sind – ist die Gefahr schwerer Verläufe deutlich erhöht. Schätzungen
gehen von jährlichen tödlichen Grippeverläufen von mehr als 10000 in einer
normalen Saison aus.
Für wen ist eine Impfung
sinnvoll?
Das ergibt sich aus dem
oben gesagten, zusätzlich zu allen Risikopersonen sollten auch Menschen mit
häufigen Kontakten zu älteren oder kranken Menschen geimpft werden um diese vor
einer Übertragung zu schützen.
Ab wann kann eine Impfung durchgeführt
werden?
Da die Wirkung
einer Impfung erst ca. 2 Wochen nach der Impfung einsetzt und nur für begrenzte
Zeit anhält, sollte so geimpft werden, das die Grippehochsaison, also die Monate
Januar bis März sicher abgedeckt sind. Daraus ergibt sich, das eine Impfung
frühestens Mitte Oktober beginnen sollte, einen zu späten Zeitpunkt gibt es
dagegen eigentlich nicht, man kann anhand verschiedener Frühwarnsysteme (z.b.
http://influenza.rki.de/) den Beginn
einer Grippewelle sehr gut ersehen und dann sofort reagieren.
Was sind die Nebenwirkungen einer
Impfung?
Wie bei jeder Impfung
werden auch bei einer Grippeschutzimpfung körperfremde Eiweißstoffe in den
Körper eingeschleust. Dennoch ist die Impfung in der Regel gut verträglich, es
treten vereinzelt Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle (meist der
Oberarm) auf, relativ häufig kommt es für etwa 2 Tage nach der Impfung zu
leichten Allgemeinsymptomen wie erhöhter Temperatur; Kopfschmerzen und
Abgeschlagenheit als Zeichen der Auseinandersetzung des Immunsystems mit dem
Impfstoff. Gefährlich sind seltene allergische Reaktionen.
Warum muss jedes Jahr erneut geimpft
werden?
Das Grippevirus ändert
durch Mutationen ständig seine Eigenschaften, so dass weder eine Impfung aus dem
Vorjahr noch eine schon durchgemachte Grippe eine sichere Immunität
gewährleisten. Aus diesem Grund wird der Impfstoff jedes Jahr mit den aktuell
zirkulierenden Virusstämmen neu hergestellt.
Warum kann ich trotz einer Grippeschutzimpfung einen
fieberhaften Infekt bekommen?
Eine Grippeschutzimpfung
schütz gut und wirkungsvoll, sie schützt aber nur gegen die Virusgrippe und
nicht gegen die zahlreichen anderen Viren und Bakterien die uns in der
Erkältungssaison das Leben schwer machen.
Was sind die Zeichen einer Infektion?
Die wichtigsten Symptome
sind ein rascher Beginn mit hohem Fieber, trockenem Husten und den typischen
Kopf- und Gliederschmerzen.
Was kann man bei einer Grippeinfektion tun ?
Wenn weniger als 48
Stunden seit Beginn der Symptome vergangen sind, können noch antivirale
Medikamente eingesetzt werden, das bekannteste ist das Tamiflu®. Hierdurch
können die Symptome abgemildert und der Verlauf verkürzt werden, außerdem soll
die Rate der Komplikationen geringer sein. Im Verlauf der Infektion hilft
körperliche Schonung, ausreichendes Trinken und vitaminreiche Ernährung, die
Raucher sollten zumindest pausieren. Zur Behandlung der Kopf- und
Gliederschmerzen eignen sich am Besten Paracetamol oder Ibuprofen, Aspirin ist
wegen doch erheblicher Nebenwirkungen weniger geeignet, insbesondere bei Kindern
kann darunter das gefürchtete Reye-Syndrom auftreten (eine Form des akuten
Leberversagens). Bei Verdacht auf eine bakterielle Superinfektion, also einen
bakterielle Infekt der das schon geschwächte Gewebe, insbesondere die Lunge,
befällt, muss oft eine Antibiotische Therapie durchgeführt werden.
Aktualisiert am:
20.12.2006
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